02. CHATEAU DE LANGEAIS
Aus architektonischer Sicht präsentiert das Château de Langeais eine faszinierende Dualität und markiert den Übergang zwischen zwei Epochen. 1465 von Ludwig XI. in einem Zug erbaut, weist seine der Stadt zugewandte Seite alle Merkmale einer imposanten mittelalterlichen Festung auf: imposante Rundtürme, Wehrgänge und eine der letzten noch funktionstüchtigen Kettenzugbrücken Frankreichs. Die Innenfassade hingegen öffnet sich mit ihren großen Sprossenfenstern zum Innenhof und lässt bereits den Komfort und die Eleganz der Renaissance erahnen. Auf dem Gelände befinden sich auch die Überreste des Bergfrieds von Fulk Nerra, der um das Jahr 1000 errichtet wurde und als eines der ältesten erhaltenen Beispiele steinerner Befestigungsanlagen gilt. Historisch erlangte das Schloss Legendenstatus als Ort der Hochzeit von Anna von der Bretagne und Karl VIII. im Jahr 1491. Diese heimlich im Morgengrauen gefeierte Verbindung, um politischem Widerstand zu entgehen, ist ein Wendepunkt der französischen Geschichte, da sie die Annexion des Herzogtums Bretagne an das Königreich besiegelte. Heute liegt die Hauptattraktion des Schlosses Langeais für Touristen in der außergewöhnlichen Pracht seiner Inneneinrichtung. Im Gegensatz zu vielen der eher schlichten Schlösser des Loiretals verfügt Langeais über eine bemerkenswerte Sammlung von Wandteppichen und geschnitzten Möbeln aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die einen authentischen Einblick in den Alltag und die Pracht des spätmittelalterlichen Adels bietet.
03. CHATEAU PLESSIS BOURRE
Plessis-Bourré ist ein Meisterwerk der Harmonie und bildet den perfekten Übergang zwischen mittelalterlicher Festung und Renaissancepalast. Erbaut in nur fünf Jahren (1468–1473) von Jean Bourré, dem Finanzchef Ludwigs XI., scheint es auf seinem gewaltigen Burggraben zu schweben. Sein Verteidigungssystem ist vollständig erhalten, mit vier Ecktürmen und einer noch funktionsfähigen doppelten Zugbrücke, während die Innenfassaden bereits die Raffinesse der Renaissance erahnen lassen. Der Ruhm des Schlosses rührt auch von seiner alchemistischen Decke her: Die Holzkassetten der Wachstube sind mit geheimnisvollen Symbolen und satirischen Szenen bemalt. Dieses „Buch aus Stein und Holz“ fasziniert bis heute Esoterikhistoriker. Das Schloss diente zudem als natürliche Kulisse für zahlreiche Kultfilme, darunter Jacques Demys „Eselshaut“ und „Der Glöckner von Notre-Dame“.
04. CHATEAU DE MEUNG-SUR-LOIRE
Das Château de Meung-sur-Loire, auch bekannt als „Schloss mit zwei Gesichtern“, ist eines der größten und ältesten Schlösser im Loiretal. Einst repräsentative Residenz der Bischöfe von Orléans, besticht es durch eine faszinierende Architektur, die seine bewegte Geschichte widerspiegelt: Auf der einen Seite eine mittelalterliche Wehrfassade mit imposanten Türmen aus dem 13. Jahrhundert, auf der anderen eine elegante klassizistische Fassade aus dem 18. Jahrhundert, die seine Umwandlung in einen Lustsitz verdeutlicht. Im Inneren erwartet die Besucher eine lebendige und stimmungsvolle Atmosphäre. Anders als andere Schlösser, die mitunter etwas statisch wirken können, lädt Meung-sur-Loire dazu ein, das Alltagsleben durch die Jahrhunderte zu entdecken – von den prunkvollen Empfangsräumen bis hin zu den Küchen mit ihrer beeindruckenden Sammlung historischer Objekte. Das Highlight des Besuchs sind nach wie vor die Verliese, die als Gefängnis dienten und in denen unter anderem der Dichter François Villon eingesperrt war – ein markanter Kontrast zum Luxus der oberen Stockwerke.
05. CHATEAU D'USSE
Hier ein Tipp für das Château d'Ussé, das bezauberndste Schloss des Loiretals, mit seinem unverkennbaren filmischen Flair. Château d'Ussé: Ein wahrgewordener Traum im Land der Märchen Das auch als „Dornröschenschloss“ bekannte Schloss Ussé wirkt mit seinen weißen Türmen, geschwungenen Dächern und kunstvollen Dachgauben wie direkt einer mittelalterlichen Illustration entsprungen. Hier soll Charles Perrault, fasziniert von der romantischen Silhouette des Anwesens am Ufer der Indre, seine berühmte Geschichte erdacht haben. Zwischen den von Le Nôtre gestalteten Terrassengärten und den mit Schätzen gefüllten Innenräumen lädt das Schloss zu einem zeitlosen Spaziergang ein. Doch lassen Sie sich nicht von seinem märchenhaften Charme täuschen: Das Anwesen besitzt einen starken Charakter, der Abenteuerfilmer schon oft in seinen Bann gezogen hat. Fans von Jean-Paul Belmondo erinnern sich sicher noch daran, dass das Schloss und seine Umgebung als Kulisse für den Film „Scoumoune“ dienten, in dem „Bébels“ Charisma einen starken Kontrast zur zeitlosen Eleganz der alten Steine bildete. Heute flanieren Besucher auf den Wehrmauern und begegnen Szenen aus Perraults Märchen, während sie die exquisiten Details eines Monuments bewundern, das die Zeit überdauert hat, ohne etwas von seinem Zauber einzubüßen. Ein absolutes Muss für Träumer und Abenteuerlustige gleichermaßen.
06. CHATEAU DE RIVAU
Das Märchenschloss in der Touraine Im Herzen des Loiretals, in Lémeré gelegen, ist das Château du Rivau ein einzigartiges Reiseziel wie aus einem Bilderbuch. Die ehemalige mittelalterliche Festung, die mit der Legende von Jeanne d’Arc verbunden ist, die 1429 hierher kam, um Kriegspferde zu finden, überrascht mit ihrer einzigartigen Architektur: imposante Zugbrücken und Wehrgänge schützen eine elegante Renaissance-Residenz. Das in Privatbesitz befindliche und liebevoll restaurierte Schloss ist heute berühmt für seine 15 denkmalgeschützten Gärten, in denen zeitgenössische Kunst und Botanik in einer traumhaften und bezaubernden Atmosphäre verschmelzen. Auch das Innere des Schlosses ist faszinierend und verbindet antike Möbel mit überraschenden Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Jeder Raum erzählt eine Geschichte, oft mit Bezug zu Fantasie oder Natur. Doch die wahre Magie entfaltet sich draußen: Zwischen dem „Gemüsegarten des Riesen“, dem „Laufenden Wald“ und „Alice im Wunderland“ lädt das Anwesen zu einem fantastischen Spaziergang ein. Es ist ein wesentlicher Bestandteil des Erbes von Indre-et-Loire und bietet eine poetische und spielerische Alternative zu den traditionelleren Schlössern des Loiretals.
07. CHATEAU DE LUDE
Das Château du Lude, mit seinen vier Fassaden in jeweils unterschiedlichem Stil, ist ein lebendiges Zeugnis der Entwicklung französischer Architektur vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert. Es ist eines der letzten großen Schlösser des Loiretals, das noch immer von einer Familie bewohnt wird, deren Generationen seit über 250 Jahren aufeinander folgen. Eine beispielhafte Festung: Die Ursprünge von Le Lude reichen bis ins 10. Jahrhundert zurück. Anstelle der feudalen Motte wurde am Ufer des Loir eine gewaltige Festung errichtet. Ihr Bau erstreckte sich vom 13. bis zum 15. Jahrhundert. Aus dem Mittelalter sind noch heute die imposanten Türme, die breiten Trockengräben, die gewölbten unterirdischen Gänge und der befestigte Wehrsporn erhalten. Die Anlage umfasst einen halben Hektar, und die Mauern sind an ihrer Basis über 10 Meter dick. Dies war eine Zeit der Rivalitäten zwischen den großen Feudalherren, gefolgt von Konflikten mit den Engländern während des Hundertjährigen Krieges. Die Gärten, die von den verschiedenen Besitzern des Anwesens gestaltet wurden, dienten fast vierzig Jahre lang als Kulisse für eine Ton- und Lichtshow, die Le Lude berühmt machte. Seit Anfang der 2000er-Jahre finden hier verschiedene Veranstaltungen statt, darunter das Gärtnerfest, bei dem der P.-J.-Redouté-Preis verliehen wird. Das Château du Lude trägt das Prädikat „Bemerkenswerter Garten“.
08. CHATEAU DE BRISSAC
Das Schloss Brissac, der Stammsitz der Herzöge, ist mit seinen monumentalen Fassaden das höchste Schloss Frankreichs und erhebt sich aus einem weitläufigen Landschaftspark. Mit sieben Stockwerken und 204 Zimmern verdient dieses Monument seinen Beinamen „Riese des Loiretals“ wahrlich. 1502 von René de Cossé, dem ersten Herrn von Brissac, erworben, ist es heute die Residenz des 13. Herzogs von Brissac. Es ist für Besucher geöffnet und bietet viel zu bewundern: seine Kapelle aus dem 16. Jahrhundert und sein Theater aus der Belle Époque, seine prachtvolle Ausstattung mit vergoldeten Decken, Wandteppichen und kostbaren Möbeln. Der Park bietet wunderschöne Aussichtspunkte im Schatten jahrhundertealter Bäume.
09. CITE MEDIVALE DE PROVINS
Eine Reise ins Herz des Mittelalters Das mittelalterliche Städtchen Provins, ein wahres Juwel des französischen Kulturerbes und UNESCO-Weltkulturerbe, entführt seine Besucher ins 12. Jahrhundert, in die Zeit der berühmten Champagner-Messen. Hinter den imposanten Stadttoren eröffnet sich eine malerische Kulisse: Spektakuläre Stadtmauern, die sich über einen Kilometer erstrecken, idyllische Kopfsteinpflastergassen und Fachwerkhäuser, die von Jahrhunderten Handels- und Militärgeschichte erzählen. Das Erlebnis endet nicht mit einem einfachen Spaziergang. Die Oberstadt wird vom majestätischen Cäsarturm dominiert, dem einzigen achteckigen Bergfried mit quadratischem Sockel, der einen einzigartigen Panoramablick auf die umliegende Landschaft bietet. Von den geheimnisvollen unterirdischen Gängen bis hin zur Zehntscheune ist Provins ein absolutes Muss für Architekturbegeisterte und Familien, die nur eine Stunde von Paris entfernt einen historischen Ausflug unternehmen möchten.
10. CHATEAU DE COUCHES
Das Château de Couches, auch bekannt als Schloss Margarete von Burgund, ist ein mittelalterliches Juwel inmitten der Weinberge Burgunds. Die auf einem Felsvorsprung erbaute Festung beeindruckt sofort mit ihrer imposanten, feudal anmutenden Silhouette, die von einem massiven Bergfried aus dem 12. Jahrhundert dominiert wird. Der Ort ist berühmt für die Legende um Margarete von Burgund, die der lokalen Überlieferung zufolge hier heimlich ihre letzten Tage verbrachte, anstatt auf Château-Gaillard zu sterben. Der Reiz eines Besuchs liegt in der architektonischen Vielfalt des Anwesens: Man bewegt sich vom strengen Militärstil der Türme und unterirdischen Gänge zur Eleganz der flammengotischen Kapelle mit ihren exquisit verzierten Skulpturen. Zwischen den Wehrmauern, der Zugbrücke und den formalen französischen Gärten bietet das Schloss einen faszinierenden Einblick in die Geschichte Burgunds und bleibt dabei überschaubar und einladend, sodass Besucher in aller Ruhe flanieren und das Anwesen erkunden können.
