Chateaude Voltaire
Chateaude Voltaire
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Über Chateaude Voltaire
Zu Favoriten hinzufügenEin Zufluchtsort der Meinungsfreiheit Das Schloss Voltaire in Ferney, nahe der Schweizer Grenze gelegen, ist weit mehr als ein herrschaftliches Anwesen: Es war das Zentrum einer intellektuellen Revolution. Voltaire ließ sich hier 1758 nieder und verbrachte die letzten zwanzig Jahre seines Lebens damit, ein bescheidenes Dörfchen in eine blühende Stadt zu verwandeln. Das nach seinen Plänen wiederaufgebaute Schloss spiegelt die Persönlichkeit seines berühmten Besitzers wider: elegant, weltoffen und voller Tatendrang. Hier, in seinem Arbeitszimmer, verfasste er über 6.000 Briefe und führte seine berühmtesten Auseinandersetzungen, wie die „Abhandlung über die Toleranz“ und die Calas-Affäre, wodurch Ferney zur intellektuellen Hauptstadt des Europas der Aufklärung wurde. Die vom Centre des Monuments Nationaux (Nationales Denkmalzentrum) komplett neu gestaltete Tour bietet ein sinnliches Eintauchen in den Alltag des Philosophen. Besucher können seine Privatgemächer, sein Bett sowie seine Kunstsammlungen und interaktive digitale Ausstellungen entdecken, die sein Gedankengut erlebbar machen. Das Anwesen erstreckt sich über einen weitläufigen Landschaftspark, den Voltaire, ein passionierter Agronom, selbst entworfen hat. Beim Spaziergang unter der großen Hainbuchenlaube, wo er gerne seine Texte diktierte, spürt der Besucher die Energie eines Mannes, der zwischen zwei Gärten und zwei Schriften die Grundlagen der Menschenrechte und des modernen Säkularismus legte.
Tipp für einen noch außergewöhnlicheren Besuch.
Die Kirche „Deo Erectit Voltaire“: Bevor Sie das Schloss betreten, werfen Sie einen Blick auf die kleine Kirche gleich daneben. Voltaire ließ sie für seine Gemeindemitglieder wiederaufbauen, doch der Giebel trägt eine provokante Inschrift: „Für Gott erbaut von Voltaire“. Sie zeugt perfekt von seinem Humor und seinem ambivalenten Verhältnis zur Religion. Tipp: Verpassen Sie an einem klaren Tag nicht die Schlossterrasse; der Blick auf die Alpen und den Mont Blanc ist atemberaubend – genau wie bei Voltaire, der ihn jeden Morgen bewunderte, um Inspiration zu finden.



