Hospice de Beaune
Hospice de Beaune
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Über Hospice de Beaune
Zu Favoriten hinzufügenDie Geschichte der Hospices Civils de Beaune begann 1443 mit der Vision von Nicolas Rolin und Guigone de Salins, ein Krankenhaus zu errichten: das Hôtel-Dieu. Die Gründer handelten aus Nächstenliebe und Mäzenatentum und begründeten damit eine Tradition, die den Hospices de Beaune über die Jahrhunderte hinweg ein stetiges Wachstum ermöglichte. Das Kurzzeitkrankenhaus bietet die Leistungen eines Krankenhauses für eine Stadt mit 23.000 Einwohnern (Notaufnahme, Intensivstation, Geburtsstation, Pädiatrie, Innere Medizin, Chirurgie etc.). Der einzigartige Charakter dieses Krankenhauses liegt in der Bedeutung und dem Charakter seines Erbes: Zum einen besteht es aus dem historischen Denkmal Hôtel-Dieu aus dem 15. Jahrhundert, das seit den frühen 1980er Jahren keine Patienten oder älteren Bewohner mehr beherbergt; zum anderen aus einem renommierten, 60 Hektar großen Weingut mit einigen der besten Lagen Burgunds. Alle diese Rebstöcke stammen aus Vermächtnissen und Spenden, und ihre Ernte wird jedes Jahr am dritten Sonntag im November im Rahmen der weltweit berühmtesten Wohltätigkeits-Weinauktion versteigert. So spielt dieses Krankenhaus durch sein Erbe eine führende Rolle in den beiden wichtigsten Wirtschaftszweigen von Beaune und seiner Region: Tourismus und Weinbau.
Tipp für einen noch außergewöhnlicheren Besuch.
Für einen gelungenen Besuch der Hospices de Beaune (des Hôtel-Dieu) ist es wichtig, sich nicht von den ersten Räumen ablenken zu lassen, sondern direkt in den Saal der Armen (Salle des Pôvres) zu gehen. Unter der gewaltigen, gewölbten Decke, die einem umgedrehten Schiffsrumpf gleicht, sollte man die „Engoulants“ entdecken – farbenfrohe Figuren, die die Balken zu verschlingen scheinen: Sie zeugen vom Humor der Handwerker des 15. Jahrhunderts. Um ein wirklich intensives Erlebnis zu genießen, sollte man die Details der Kastenbetten genauer betrachten; sie offenbaren die revolutionäre soziale und medizinische Organisation jener Zeit, in der körperliche und seelische Pflege untrennbar miteinander verbunden waren. Das wahre Juwel, Rogier van der Weydens Polyptychon „Das Jüngste Gericht“, erfordert jedoch genaues Hinsehen: Nutzen Sie die bereitgestellten Lupen, um die Gesichtsausdrücke der Auferstandenen und die subtilen, dem bloßen Auge verborgenen Details zu studieren. Das wahre Geheimnis der Kenner? Im Hauptinnenhof angekommen, sollten Sie nicht in der Mitte verweilen. Stellen Sie sich unter die überdachten Galerien und bewundern Sie die perfekte Geometrie der glasierten Ziegeldächer. Hier leuchten die Farben besonders intensiv, selbst an einem grauen Tag. Beenden Sie Ihren Besuch schließlich in der Apotheke mit ihren antiken Steingutwaren – einem deutlich weniger frequentierten Bereich –, um den Duft und die Atmosphäre der Heilmittel vergangener Zeiten zu erleben.
