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CATHERINE DE MEDICIS
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Katharina von Medici (1519–1589) wurde in Florenz in eine der mächtigsten Familien Italiens geboren. Früh verwaist, wuchs sie unter der Obhut ihrer Onkel auf und genoss eine exzellente Ausbildung, bevor sie 1533 im Alter von vierzehn Jahren den künftigen französischen König Heinrich II. heiratete. Ihre Ehe war anfangs schwierig: Heinrich bevorzugte offen seine Mätresse Diane de Poitiers, und es dauerte Jahre, bis Katharina einen Thronfolger gebar, was ihre Stellung am Hof äußerst fragil machte. Nach dem Unfalltod ihres Mannes im Jahr 1559 wurde sie zur zentralen Machtfigur in Frankreich. Als Regentin für ihre Söhne Franz II., Karl IX. und Heinrich III. steuerte sie das Land durch die von den Hugenottenkriegen geprägte Zeit. Als pragmatische und geschickte Unterhändlerin versuchte sie mehrfach, politische Kompromisse zu finden, um die Einheit des Reiches zu bewahren. Ihr Name bleibt jedoch untrennbar mit der Bartholomäusnacht vom 24. August 1572 verbunden, bei der Tausende Protestanten ermordet wurden. Ihre genaue Rolle bei der Anordnung dieses Massakers wird unter Historikern noch immer debattiert, doch das Ereignis hat ihren Ruf nachhaltig geschädigt. Als Frau der Macht in einer Männerwelt wurde sie oft als manipulativ und grausam dargestellt – ein Image, das teils von ihren politischen Feinden geprägt wurde und das die Geschichtsschreibung erst spät differenzierter betrachtet hat.
