Wichtige Termine
FRANCOIS Ier
"Roi-Chevalier"
Franz von Angoulême, geboren 1494 in Cognac, war lediglich ein Cousin König Ludwigs XII., doch der Mangel an einem direkten männlichen Erben verhalf ihm 1515 zum Thron. Jung, athletisch und hochgebildet verkörperte er den Geist der Renaissance in idealer Weise. Gleich zu Beginn seiner Herrschaft zeichnete er sich durch den überwältigenden Sieg bei Marignano in Italien aus, der ihm immensen militärischen Ruhm und die Ehre einbrachte, von Bayard noch auf dem Schlachtfeld zum Ritter geschlagen zu werden. Dieser Italienfeldzug war von entscheidender Bedeutung: Er brachte ihn in direkten Kontakt mit der pulsierenden Kunst- und Geisteswelt der Halbinsel, von der er Inspiration für die Umgestaltung seines eigenen Königreichs schöpfte. Der Erbauer und Förderer der Künste Als wahrer Kunstmäzen verwandelte Franz I. den französischen Hof in ein beispielloses Kulturzentrum. Er holte die größten italienischen Künstler an seinen Hof, allen voran Leonardo da Vinci, der die berühmte Mona Lisa mitbrachte. Unter seiner Führung erstrahlten das Loiretal und die Île-de-France in architektonischem Glanz: Er gab das imposante Schloss Chambord, ein Symbol seiner Macht, in Auftrag und verwandelte Fontainebleau in eine prachtvolle Residenz. Zudem gründete er das Collège des Lecteurs Royaux (heute Collège de France), um das Studium der klassischen Sprachen und Wissenschaften zu fördern und sich so als Vorkämpfer des Humanismus zu etablieren. Die Stärkung des Staates und der französischen Sprache Auf politischer Ebene arbeitete Franz I. unermüdlich daran, die königliche Autorität gegenüber den Feudalherren zu stärken. 1539 unterzeichnete er die Verordnung von Villers-Cotterêts, ein grundlegendes Dokument, das die Verwendung des Französischen anstelle des Lateinischen in allen Verwaltungs- und Gerichtsdokumenten vorschrieb und so die Kommunikation im gesamten Königreich vereinheitlichte. Er modernisierte die Verwaltung, baute die Marine aus und unterstützte bedeutende Expeditionen, wie Jacques Cartiers Reise nach Kanada, um den französischen Einfluss in Übersee auszudehnen und das spanische und portugiesische Monopol in der Neuen Welt zu brechen. Eine Herrschaft der Duelle und europäischen Spannungen Das Ende seiner Regierungszeit wurde von seiner erbitterten Rivalität mit Kaiser Karl V. überschattet, dessen Besitzungen Frankreich umgaben. Dieser Kampf um die europäische Vorherrschaft führte zu zahlreichen Kriegen und der bitteren Niederlage bei Pavia im Jahr 1525, in deren Folge der König in Spanien gefangen genommen wurde. Gleichzeitig begann der Aufstieg der Reformation, seine Untertanen zu spalten. Obwohl er anfangs tolerant war, verschärfte er seine Haltung nach der Plakataffäre 1534. Bei seinem Tod im Jahr 1547 hinterließ er jedoch eine fest zentralisierte Monarchie und ein Frankreich, das sich als kulturelles Zentrum Europas etabliert hatte.
