Wichtige Termine
MADAME DE MAINTENON
"Françoise d'Aubigné"
Geboren in einem Gefängnis in Niort und zunächst einfache Erzieherin der unehelichen Kinder Ludwigs XIV., vollzog Françoise d'Aubigné (1635–1719) einen der rasantesten sozialen Aufstiege der französischen Geschichte: Sie wuchs in Armut auf und wurde 1683 zur heimlichen Gemahlin des Sonnenkönigs. Als Frau von Geist, strenger Frömmigkeit und großem politischen Einfluss erwarb sie bereits 1674 dank königlicher Zuwendungen das Anwesen von Maintenon. Dort leitete sie umfangreiche Arbeiten ein, um die alte mittelalterliche Burg in eine ihrem neuen Rang angemessene Adelsresidenz zu verwandeln, die insbesondere durch den Bau des unvollendeten Aquädukts von Vauban zur Wasserversorgung von Versailles geprägt ist. Ihr wichtigstes Erbe bleibt jedoch das Anwesen von Saint-Cyr, wo sie die Maison Royale de Saint-Louis zur Erziehung verarmter adliger Mädchen gründete – ein avantgardistisches pädagogisches Projekt, in das sie sich nach dem Tod des Königs im Jahr 1715 zurückzog. Zwischen der Strenge ihrer Gemächer in Versailles und der Ruhe von Schloss Maintenon verkörperte sie eine diskrete Macht, die die moralische und fromme Atmosphäre am Ende der Herrschaft Ludwigs XIV. maßgeblich prägte.
