Wichtige Termine
NAPOLEON
"Napoléon 1er"
Der kometenhafte Aufstieg eines korsischen Offiziers Napoleon Bonaparte wurde 1769 in Ajaccio, kurz nach der Annexion Korsikas durch Frankreich, geboren und entstammte einer unbedeutenden Adelsfamilie der Region. Ausgebildet an den Militärschulen von Brienne und später in Paris, zeichnete er sich von Beginn der Französischen Revolution an durch sein taktisches Genie aus. Seine entscheidende Rolle bei der Belagerung von Toulon 1793 brachte ihm eine rasche Beförderung ein, doch erst der Italienfeldzug von 1796 offenbarte sein Charisma und sein kommunikatives Geschick. Indem er aus einer zerlumpten Truppe eine Armee von Eroberern formte, etablierte er sich nicht nur als außergewöhnlicher Stratege, sondern auch als ehrgeiziger Politiker, der den besiegten Mächten seine Bedingungen diktieren konnte. Der Übergang von der Ordnung zur absoluten Macht Die Instabilität des Direktoriums nutzend, riss Napoleon am 18. Brumaire (1799) mit einem Staatsstreich die Macht an sich und wurde Erster Konsul. Anschließend unternahm er gewaltige Stabilisierungsmaßnahmen, um die Revolution zu beenden: Er gründete die Banque de France, führte den Code Civil zur Vereinheitlichung der Gesetze ein und gründete die Lycées zur Ausbildung der Elite. Doch sein Ehrgeiz endete nicht dort; am 2. Dezember 1804 ließ er sich selbst zum Kaiser der Franzosen krönen und nahm den Namen Napoleon I. an. Dieser Akt symbolisierte seinen Wunsch, eine neue Dynastie zu begründen, die das revolutionäre Erbe mit imperialer Pracht verband und gleichzeitig die totale Kontrolle über die französische Verwaltung und Gesellschaft sicherstellte. Europa unter der Herrschaft der Grande Armée Die Kaiserzeit war geprägt von einer Reihe legendärer Feldzüge gegen europäische Koalitionen. Von Austerlitz bis Jena errang die Grande Armée zahlreiche Siege, die es Napoleon ermöglichten, fast den gesamten Kontinent zu beherrschen und Mitglieder seiner Familie auf die Throne von Spanien, Neapel und Westfalen zu setzen. Diese Hegemonie kollidierte jedoch mit dem erbitterten Widerstand Englands, den er mit der Kontinentalsperre zu brechen suchte, und mit dem Aufstieg des europäischen Nationalismus. Der entscheidende Wendepunkt kam 1812 mit dem verheerenden Russlandfeldzug, in dem „General Winter“ und die Taktik der verbrannten Erde seine Truppen dezimierten und den Mythos seiner Unbesiegbarkeit zerstörten. Der Abschied und die Legende von St. Helena Geschwächt durch Verrat und den Druck der Alliierten, musste Napoleon 1814 abdanken und ging ins Exil auf die Insel Elba. Seine kühne Rückkehr während der Hundert Tage endete 1815 mit der endgültigen Niederlage bei Waterloo. Von den Briten auf die isolierte Insel St. Helena deportiert, verbrachte er dort seine letzten Jahre mit dem Diktieren seiner Memoiren und schuf so akribisch seine eigene Legende für die Nachwelt. Er starb 1821 und hinterließ ein immenses und umstrittenes Erbe: für die einen das eines Eroberers und Tyrannen, für die anderen das eines Erbauers des modernen Frankreichs, dessen Institutionen das Land bis heute prägen.
