Die Wohnstätten der Macht: Von der königlichen Pracht Ludwigs XIV. zur Vertrautheit großer Männer
Das bauliche Erbe spiegelt den politischen Ehrgeiz Frankreichs wider. An der Spitze dieser Hierarchie steht das Schloss Versailles, das Werk Ludwigs XIV., dessen Architektur als Bühne für absolute Macht dient. Doch die französische Macht wurde dank des Genies Vaubans auch an seinen Grenzen errichtet. Sein Château de Bazoches in der Region Morvan offenbart die andere Seite der Medaille: Hier entwarf er seinen „eisernen Gürtel“ zum Schutz des Königreichs. Auf der Isla de la Bellezza (Korsika) erinnert die Maison Bonaparte in Ajaccio an die korsischen Wurzeln des Kaisers, während in der Vendée die Maison de Georges Clemenceau einen markanten Kontrast bietet: ein Fischerhaus mit Blick auf den Atlantik, der ultimative Zufluchtsort des „Vaters des Sieges“. Diese Orte veranschaulichen, wie das Schicksal Frankreichs von Männern geprägt wurde, deren Häuser entweder Ruhm oder die Strenge des Staatsdienstes widerspiegelten.
Die Wohnstätten der Macht: Von der königlichen Pracht Ludwigs XIV. zur Vertrautheit großer Männer arrow_forwardKünstlerhäuser: Wenn der Wohnraum zum ultimativen Kunstwerk wird
Für große Künstler sind Wohnräume oft eine direkte Erweiterung ihrer Palette oder ihres Meißels. In Giverny sind Claude Monets Haus und Garten zum Werk des Meisters des Impressionismus geworden; jede Blume wurde geschaffen, um gemalt zu werden. Im Loiretal bewahrt das Château du Clos Lucé den universellen Geist Leonardo da Vincis, der dort unter der Schirmherrschaft von Franz I. seine letzten Jahre verbrachte. Die Bildhauerei findet ihren wahren Ausdruck im Rodin-Museum in Paris, wo die Eleganz des Hôtel Biron Augustes Bronzen besonders zur Geltung bringt, und im Camille-Claudel-Museum in Nogent-sur-Seine. Letzteres, wo die Künstlerin ihre ersten Schritte unternahm, wird ihrem tragischen Genie in einem zeitgenössischen Licht endlich gerecht.
Künstlerhäuser: Wenn der Wohnraum zum ultimativen Kunstwerk wird arrow_forwardSchriftstellerhäuser: Literarische Zufluchtsorte und Zentren französischen Denkens
Die französische Literatur hat ihre Zufluchtsorte, Orte, an denen Worte noch immer in der Luft zu hallen scheinen. In Paris entführt uns Victor Hugos Haus am Place des Vosges in die romantische Welt eines Schriftstellers, der zugleich ein brillanter Dekorateur war. In Ferney zeugt Voltaires Château vom Kampf der Aufklärung gegen den Obskurantismus, während George Sands Haus in Nohant die Türen zu einem Salon öffnet, der von der gesamten künstlerischen Elite des 19. Jahrhunderts frequentiert wurde. Weiter westlich veranschaulicht Ernest Renans Elternhaus in Tréguier die intellektuelle Strenge der Bretagne. Schließlich besiegeln Émile Zolas Haus und das Dreyfus-Museum in Médan die Verbindung zwischen Naturalismus und dem bürgerschaftlichen Engagement von „J’accuse…!“. Diese Wohnhäuser sind nicht bloß Museen, sondern die Wurzeln eines französischen Denkens, das bis heute präsent ist.
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